BVMed-Umfrage: Ärzte sehen künftige medizinische Versorgung pessimistisch

02.09.2010 (BIERMANN) – Eine regionale Ärztebefragung im Auftrag des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) hat ergeben, dass insbesondere die Ärzte in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen die künftige medizinische Versorgung pessimistisch einschätzen.

"Die Leistungsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems gerät nach Ansicht der Ärzte in Deutschland zunehmend in Gefahr", resümiert der BVMed. Während die gegenwärtige Situation von der überwiegenden Mehrheit der Ärzte noch für gut befunden werde, befürchteten 78 Prozent in den kommenden vier Jahren eine "deutliche Verschlechterung der Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems".

Mit 86 Prozent seien die Mediziner aus Nordrhein-Westfalen am pessimistischsten. Das zeigten die nun vorliegenden regionalen Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 400 Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen durch Kantar Health im Auftrag des BVMed.

Bereits die aktuelle Versorgungssituation weist nach Meinung der Befragten "deutliche Lücken" auf: Nur 70 Prozent geben an, ihren Patienten immer die benötigten medizinischen Therapien anbieten zu können. Bei den Ärzten aus Baden-Württemberg seien es sogar nur 60 Prozent, während in Schleswig-Holstein und Hamburg noch 87 Prozent der Mediziner ihren Patienten die notwendigen Therapien verordnen könnten.

Um die Qualität der Patientenversorgung erhalten zu können, so der BVMed, forderten die Befragten vor allem weniger Bürokratie (95 Prozent), bessere sektorenübergreifende Versorgungskonzepte (70 Prozent) sowie den stärkeren Einsatz innovativer Medizintechnologien (55 Prozent). Mehr als zwei Drittel aller befragten Ärzte messen medizintechnologischen Innovationen große Bedeutung bei.

Ein Drittel der deutschen Mediziner sehe jedoch "eine deutliche Verschlechterung des Zugangs gesetzlich Versicherter zu innovativen medizintechnologischen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden im Vergleich zu den vergangenen fünf Jahren". Bei den baden-württembergischen Ärzten glaubten dies sogar 44 Prozent, fasst der Branchenverband die Ergebnisse der Befragung zusammen.

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