(BIERMANN) – Die Versicherten der AOK Plus sollen ihre Ärzte ab 2011 mit einem Fragebogen im Internet bewerten können. In Sachsen würden zwei Millionen Kassen-Mitglieder aufgefordert, sagte Peter Willenborg vom AOK-Bundesverband. Ein entsprechender Test laufe seit Ende Mai in Hamburg, Berlin und Thüringen. Dabei würden aber keine Schulnoten verteilt, sagte Peter Willenborg vom AOK-Bundesverband (Berlin) der Nachrichtenagentur dpa.
Es gebe eine Liste mit 33 Fragen mit vorgegebenen vier bis fünf Antwortkategorien von "trifft voll zu und ganz zu" bis "trifft überhaupt nicht zu". Es gehe um eine faire und methodisch fundierte Beurteilung, sagte Willenborg. Kommentare könnten daher nicht abgegeben werden.
Der AOK-Bundesverband betreut das Projekt "Arztnavigator". Beurteilt werden sollen etwa Einrichtung und Personal der jeweiligen Praxis, Terminvergabe, Wartezeiten und die Behandlung.
Sachsens Gesundheitsministerin Christine Clauß (CDU) nannte das Vorhaben durchaus sinnvoll - sofern es freiwillig sei. "Man muss da keinen Pranger initiieren", sagte sie. Denkbar sei aber beispielsweise, die Wartezeiten in den Praxen und den Umgang damit zu bewerten. Das könne aber nur zusammen mit den Ärzten geschehen, damit es die ohnehin schwierige Situation nicht noch mehr belaste.
Der Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, bezweifelte die Belastbarkeit der Zeugnisse. "Vermutlich nehmen vor allem Patienten an der Benotung teil, die aus unterschiedlichen Gründen unzufrieden mit ihrem Praxisbesuch waren", sagte er der Zeitung. Zum Problem könne zudem für Mediziner mit Bestnoten ein "Massenandrang" werden. Immerhin gebe es Ärztemangel statt Wettbewerb. (dpa)
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