Sparschraube nicht überdrehen - KGNW zu den Ergebnissen der NRW-Krankenhausstatistik

Nach fest kommt ab - die alte Handwerkerregel gilt für die KGNW im übertragenen Sinne auch für die bei den Krankenhäusern angesetzte Sparschraube.

08.09.2010 (BIERMANN) – Aktuelle Zahlen belegen nach Ansicht der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) die Leistungsfähigkeit der NRW-Kliniken. Zugleich aber warnt die KGNW vor einem Überdrehen der Sparschraube von immer mehr Patienten bei immer kürzeren Zeiten und immer weniger Personal.

"Aktuelle offizielle Zahlen zur Krankenhausstatistik belegen die hohe Leistungsfähigkeit und Effizienz der nordrhein-westfälischen Kliniken in der Versorgung ihrer Patientinnen und Patienten", bewertete heute KGNW-Präsident Dr. Hans Rossels die kürzlich vorgelegten Ergebnisse des statistischen Landesamts "Information und Technik Nordrhein-Westfalen".

Mit rund 4,1 Millionen Patientinnen und Patienten in den nordrhein-westfälischen Kliniken in 2009 habe sich die Zahl der behandelten Personen im Vergleich zum Jahr 2000 um acht Prozent erhöht. Im gleichen Zeitraum sei aber die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus von 10,4 Tagen auf 8,1 Tage und die Zahl des nichtärztlichen Personals sank von 208.500 auf 202.100 gesunken.

"Die Zahlen zeigen die Realität in den nordrhein-westfälischen Kliniken: Immer mehr Patienten müssen in immer kürzerer Zeit von immer weniger Personal versorgt werden", stellte Dr. Rossels fest. "Diese Schraube darf nicht überdreht werden. Die Effizienzreserven sind ausgeschöpft. Um weiterhin eine wohnortnahe Patientenversorgung auf hohem Niveau sicherstellen zu können, benötigen die Kliniken das entsprechende qualifizierte Personal", so der KGNW-Präsident. Grundlage dafür sei eine ausreichende Refinanzierung der Personal- und Sachkosten.

Es dürfe nicht weiter bei den Klinken gekürzt werden, erklärte Rossels und wies damit die aktuellen Sparpläne der Bundesregierung scharf zurück. Nach diesen Plänen soll es eine gesetzliche Deckelung des finanziellen Zuwachses auf 150 Millionen Euro bundesweit allein für das Jahr 2011 geben. Damit, so die KGNW, könnten die Kliniken 1,5 Milliarden Euro Kostensteigerungen nicht finanzieren.





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