Martin Sack mit "Hamburg-Preis Persönlichkeitsstörungen" ausgezeichnet

v.l.: Preisträger PD Dr. Martin Sack, Dr. Jörg Weidenhammer (Direktor Asklepios Medical School), Preisträgerin Dr. Gitta Jacob, Dr. Birger Dulz (GePs), Prof. Dr. Stephan Doering (Vorsitzender der Preisjury) (Bild: Bonnet/Asklepios)

06.09.2010 (BIERMANN) – PD Dr. Martin Sack von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Technischen Universität München ist für seine Arbeit "Prävalenz von Traumafolgestörungen bei Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung - Ergebnisse einer Multicenterstudie" mit dem "Hamburg-Preis Persönlichkeitsstörungen" ausgezeichnet worden.

Der mit 10.000 dotierte Preis wurde zum Abschluss des 7. Hamburger Symposiums Persönlichkeitsstörungen "Von Lust und Wollust" am Samstag verliehen.

Sack überprüfte erstmals mit einer aufwändigen Interviewmethodik an einem großen Patientenkollektiv, inwieweit sich Traumafolgestörungen (einfache und komplexe Posttraumatische Belastungsstörung) und Borderline-Persönlichkeitsstörung überschneiden beziehungsweise gemeinsam auftreten. Dabei fanden sich hohe Überschneidungen von Borderline-Persönlichkeitstörung und komplexer Posttraumatischer Belastungsstörung (55%) beziehungsweise einfacher posttraumatischer Belastungsstörung (79%).

Darüber hinaus berichteten die Autoren von einer hohen Lebenszeitprävalenz von Traumatisierungen (sexueller Missbrauch, physischer Missbrauch, Vernachlässigung) in ihrer Stichprobe (96%). Die Ergebnisse dieser Untersuchung bringen Licht in eine lang anhaltende Debatte über die Frage, ob die Borderline-Persönlichkeitsstörung als Traumafolgestörung anzusehen ist oder nicht. Kindliche Traumatisierungen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Borderline-Persönlichkeitsstörung und führen häufig zu komorbiden Traumafolgestörungen. Darauf ist in der klinischen Diagnostik und Behandlung der betroffenen Patientinnen und Patienten zu achten. Die Borderline-Persönlichkeitsstörung kann allerdings nicht per se als Traumafolgestörung aufgefasst werden.

Das mit 5000 Euro dotierte "Hamburger Fellowship Persönlichkeitsstörungen 2010" ging an Dr. Gitta Jacob, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Forschungsambulanz der Abteilung Klinische Psychologie und Psychotherapie, Institut für Psychologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg für ihre Arbeit "Ein Gruppentherapiemodul zur Verbesserung des Selbstwertes bei Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung: Konzept und Evaluation".

Sie hat ein Therapiemodul mit sechs Therapieeinheiten entwickelt, das in Form einer Gruppentherapie das Thema Selbstwert zum Inhalt hat. Dieses Modul wird ergänzend zur Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) der Borderline-Störung eingesetzt, lässt sich aber auch mit anderen Therapieformen kombinieren. Die Gruppe um Dr. Jacob hat in einer kontrollierten Studie die Wirksamkeit des Moduls überprüft und eine nachhaltige Verbesserung des Selbstwertes bei Borderline-Patientinnen nachgewiesen. Die Arbeit ist von sehr hoher klinischer Relevanz, bereits jetzt wird dieses Modul in einigen Kliniken eingesetzt. Das Fellowship ist mit einem Studienaufenthalt in einem renommierten internationalen Institut verknüpft, das sich mit der Erforschung von Persönlichkeitsstörungen befasst.

Der von der Gesellschaft zur Erforschung und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (GePs) e.V. und der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH ausgeschriebene Preis wird jährlich für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Persönlichkeitsstörungen verliehen und soll vor allem die klinische Forschung fördern.

Dr. Jörg Weidenhammer, Geschäftsführer der Asklepios Medical School, und Prof. Doering überreichten Preisgelder und Urkunden während des heutigen Abschlussplenums an die Preisträger.

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