Hartmannbund: Sozialverträgliche Kostenerstattung kontra überflüssige Arztbesuche

07.09.2010 (BIERMANN) – In die Diskussion um die Kostenerstattung ist erneut Bewegung gekommen. Nachdem KBV-Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Köhler und zuvor BÄK-Präsident Prof. Jörg-Dietrich Hoppe sich für diese Abrechnungsform ausgesprochen hatten, fordern nun auch Mitglieder des Bundesvorstands des Hartmannbundes, diesen Weg konsequent einzuschlagen.

"Mit diesem Abrechnungsverfahren, das der Hartmannbund schon seit vielen Jahren als den richtigen Weg zu einer sinnvollen und sachgerechten Steuerung des Gesundheitswesens einfordert, wird eine Beteiligung der Patienten in Abhängigkeit von deren Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen eingeführt und eine transparente Rechnungslegung ermöglicht", kommentiert Dr. Klaus Reinhardt, stellvertretender Bundesvorsitzender des Hartmannbundes, zugleich Landesvorsitzender in Westfalen-Lippe. "Dies entspricht dem Prinzip des gesellschaftlichen Lebens - beim Kauf von Brötchen, Kleidung und allen anderen Anschaffungen ist es nicht nur üblich, sondern selbstverständlich."

Der Hartmannbund fordert eine sozialverträgliche Gestaltung des Kostenerstattungsprinzips. Die Selbstbeteiligung solle Anreizstrukturen für einen bewussteren Umgang mit Gesundheitsleistungen schaffen und Einflussnahme auf die Ausgabenentwicklung ermöglichen. Niemand dürfe aber davon abgehalten werden, bei Beschwerden einen Arzt aufzusuchen oder für die Schwere einer Krankheit "bestraft" werden.

Angelika Haus, Landesvorsitzende des nordrheinischen Hartmannbundes und ebenfalls Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes des Bundesverbandes, stellt fest: "Eine Selbstbeteiligung führt mit Sicherheit zu einer Reduzierung der - überflüssigen - Inanspruchnahme. Diese damit verbundenen finanziellen Einsparungen müssen aus unserer Sicht konsequent dafür verwendet werden, erforderliche und erbrachte ärztliche Leistungen angemessen zu honorieren."



Quelle:
Hartmannbund
www.hartmannbund.de

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